
Im Auge des Betrachters
Cansu Cennet Suna
2026
Schweiz

In meiner Malerei erforsche ich, wie aus inneren Stimmungen, dem Arbeiten mit meinen Händen und dem Zusammenspiel von Farbe, Struktur und Bewegung ein abstraktes Gleichgewicht entsteht.
Ausgangspunkt ist meist die Arbeit mit Acryl auf Baumwollleinwand. Je nach Werk kommen Strukturpaste sowie Gold-, Silber- oder Kupferakzente hinzu. Diese Materialien sind nicht in jedem Bild präsent, sondern treten dort auf, wo sie sich für das Werk richtig anfühlen. Licht, Tiefe und Lebendigkeit entstehen für mich aus dem Zusammenspiel von Farbe, Struktur, Bewegung und Oberfläche.
Ich male intuitiv. Am Anfang eines Werkes steht oft eine Stimmung, manchmal auch eine Erinnerung, ein inneres Bild oder ein Eindruck aus der Natur. Farben, Licht, Erde, Wasser und organische Bewegungen können mich inspirieren, ohne dass ich sie direkt abbilden möchte. Auch Musik begleitet meinen Prozess. Sie hilft mir, tiefer in die Stimmung des entstehenden Werkes einzutauchen.
Wenn ich male, wird mein Kopf von selbst leiser. Gedanken treten zurück, und ich arbeite nicht aus einer festen Vorstellung heraus. In der Malerei finde ich einen Ort, an dem ich nicht erklären, funktionieren oder kontrollieren muss. Was in mir ist, darf ohne Worte auf die Leinwand kommen. Für mich ist Malen ein innerer Freiraum, in dem ich mir selbst näherkomme und frei sein darf.
Heute liebe ich es, die Leinwand zu füllen. Das war nicht immer so. Was am Anfang Unsicherheit ausgelöst hat, ist mit der Zeit zu einem Zeichen von Vertrauen geworden. Runde Bewegungen, klare Striche, Schichten, Verdichtungen und offene Flächen finden ihren Platz. Meine Werke entstehen frei, haben aber dennoch eine Ordnung. Oft ist es kein offensichtliches Gleichgewicht, sondern eines, das sich während des Malens entwickelt.
Meine Arbeiten gehören zur abstrakten Malerei. Sie verbinden intuitive Geste, haptische Oberflächen und eine offene Bildsprache. Viele Werke entstehen durch direkte Berührung mit den Händen und tragen sichtbare Spuren des Prozesses. Sie sind keine festgelegten Erzählungen, sondern öffnen sich für die Wahrnehmung anderer. Was ein Werk auslöst, darf bei jeder Betrachterin und jedem Betrachter anders sein.
Cansu Cennet Suna wurde 1991 in Basel als jüngstes Kind einer türkischen Migrantenfamilie geboren. Sie lebt und arbeitet bis heute in ihrer Heimatstadt.
Ihr Weg zur Kunst entstand nicht über eine klassische künstlerische Ausbildung, sondern über persönliche Wendepunkte, Lebenserfahrung und eine intensive Auseinandersetzung mit sich selbst. Persönliche Erfahrungen, Neuanfänge und gesundheitliche Einschnitte haben ihre Wahrnehmung geschärft und prägen die emotionale Tiefe ihrer künstlerischen Arbeit.
Nach ihrer ersten Ausbildung als Dentalassistentin orientierte sie sich beruflich weiter. Sie studierte Angewandte Psychologie und schloss 2020 den Bachelor of Science in Angewandter Psychologie an der FHNW in Olten ab. Im anschliessenden Masterstudium erkrankte sie an Covid-19 und musste ihren bisherigen Weg unterbrechen.
In dieser Zeit besuchte sie eine Kunsttherapie in der Klinik Arlesheim. Dort fand sie einen neuen Zugang zur Malerei. Was zunächst in einem therapeutischen Rahmen begann, entwickelte sich mit der Zeit zu einer tiefen Leidenschaft und zu einer eigenen künstlerischen Praxis.
Seit 2023 malt Cansu Cennet Suna intensiv. Seit 2024 entwickelt sie ihre künstlerische Praxis mit professionellem Anspruch weiter. Heute arbeitet sie vorwiegend mit Acryl auf Baumwollleinwand. Je nach Werk setzt sie Strukturpaste sowie Gold-, Silber- oder Kupferakzente ein. Ihre Arbeiten bewegen sich in der abstrakten Malerei und entstehen aus einer Verbindung von Intuition, Materialerfahrung, Naturbezügen und inneren Stimmungen.
Auch körperliche Einschränkungen prägen ihre Beziehung zur Malerei. Durch Rheuma an den Händen und die Folgen der Covid-Erkrankung ist ihr Körper nicht immer frei in dem, was er leisten kann. Gerade deshalb bedeutet ihr die Malerei viel. Auf der Leinwand findet sie eine Ausdrucksform, in der Freiheit, Konzentration und Selbstwirksamkeit möglich bleiben.
Sie arbeitet eigenständig sowie im Austausch mit ihrem Bruder Serdal Suna. Gemeinsam sind sie Teil der SunaArt Gallery, einem in Basel verankerten Künstlerprojekt, das ihre beiden eigenständigen künstlerischen Positionen sichtbar macht. Ihre Werke sind offen angelegt und laden dazu ein, eigene Wahrnehmungen und Deutungen entstehen zu lassen.
15 Werke von Cansu Cennet Suna

Cansu Cennet Suna
2026

Cansu Cennet Suna
2024

Cansu Cennet Suna
2026

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2025

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2025

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2025

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