Kulmination erzählt nicht von einem Gegensatz der Farben, sondern von der Schönheit ihres vollkommenen Übergangs.
Das Werk entstand in drei aufeinander aufbauenden Schichten. Eine strukturierte Grundlage aus Blau und Weiss bildet das Fundament der Komposition. Darüber verdichtet eine weitere blaue Ebene den unteren Bildbereich, bevor sich eine rot-weisse Rakelschicht über die Oberfläche legt.
Gerade diese letzte Ebene verleiht dem Werk seinen unverwechselbaren Charakter. Sie wirkt wie eine feine Glasur: kraftvoll und klar, zugleich aber durchlässig. Entlang der oberen Bereiche und besonders am Rand der Kreisform beginnt sie sich allmählich aufzulösen. Die roten und weissen Linien verlieren langsam ihre Geschlossenheit und geben den darunterliegenden Blau-Weiss-Strukturen wieder Raum.
Die besondere Spannung des Werkes entsteht genau in diesem Übergang. Weder endet die Rakelschicht zu früh noch zieht sie sich zu weit über die Fläche. Sie erreicht den Moment grösster Wirkung genau dort, wo sie sich öffnet und das Darunterliegende wieder sichtbar werden lässt. Dadurch gewinnen beide Ebenen an Schönheit. Das Rot erhält Leichtigkeit und Tiefe durch das Blau, während das Blau seine Kraft erst durch den darüberliegenden Farbauftrag vollständig entfaltet.
Auch die runde Bildform trägt wesentlich zu diesem Gleichgewicht bei. Sie nimmt die Bewegung der Rakelzüge auf, führt sie sanft um die Komposition und verbindet die unterschiedlichen Schichten zu einem geschlossenen Ganzen.
Kulmination ist ein Werk über den richtigen Moment. Es zeigt, dass Schönheit nicht allein in Farbe, Form oder Material entsteht, sondern manchmal genau dort, wo ihr Zusammenspiel seinen vollkommenen Ausdruck findet.
- Jahr
- — 2026
- Land
- Basel, Schweiz
- Masse
- Ø 70 cm
- Material
- Acryl auf runder Leinwand
- Ausrichtung
- Quadratisch
- Zertifikat
- ja
Techniken
RakeltechnikSpachteltechnikPinseltechnik
Drei Schichten – Strukturaufbau mit Spachtel in Blau und Weiss; blaue Pinselschicht im unteren Bildbereich; Rakelschicht in Rot und Weiss