Farbtiefe ist eine konzentrierte Auseinandersetzung mit Schichtung, Wahrnehmung und der räumlichen Wirkung von Farbe. Die beiden dunklen Innenflächen bestehen aus mehreren übereinanderliegenden Lagen von Schwarz und tiefem Dunkelblau. Drei bis vier Schichten verdichten die Farbräume und verleihen ihnen eine Tiefe, die sich erst mit längerem Betrachten vollständig entfaltet.
Je länger der Blick auf den dunklen Flächen verweilt, desto weniger erscheinen sie geschlossen oder statisch. Nuancen treten hervor, verändern sich im Licht und lassen Schwarz und Blau beinahe lebendig wirken. Tiefe entsteht hier nicht durch Perspektive, sondern allein durch Farbe, Schichtung und Ausstrahlung.
Der rote Rahmen folgt demselben Prinzip. Drei unterschiedliche Rottöne liegen nebeneinander und übereinander. An manchen Stellen tritt ein helleres Rot hervor, an anderen dominieren dunklere Nuancen. Dadurch verliert der Rahmen jede Gleichförmigkeit und entwickelt selbst eine vielschichtige Präsenz.
Farbtiefe kann so auch als eine Untersuchung weniger, intensiv eingesetzter Farben gelesen werden. Nicht ihre Anzahl bestimmt die Wirkung, sondern das, was innerhalb einer Farbe sichtbar werden kann: Verdichtung, Veränderung, Licht und Tiefe.
Die reduzierte Komposition lässt Assoziationen an eine Öffnung oder ein Fenster zu, ohne sich darauf festzulegen. Im Mittelpunkt bleibt die Farbe selbst – ihre stille Präsenz und die Fähigkeit, bei längerem Betrachten immer neue Nuancen hervortreten zu lassen.
- Jahr
- — 2024
- Land
- Basel, Schweiz
- Masse
- 70 × 50 × 1.5 cm
- Material
- Acryl auf Leinwand
- Ausrichtung
- Querformat
- Zertifikat
- ja
Techniken
Mischtechnik mit Spachtel und Pinsel
Hauptfarben
SchwarzDunkelblauRot
Schlagwörter
abstrakte Kunstzeitgenössische MalereiAcryl auf LeinwandFarbtiefeFarbschichtungSchwarzDunkelblauRotFarbanalyseReduktionWahrnehmungTiefeAusstrahlungFarbwirkungSpachteltechnikPinselarbeitOriginalkunst